Gartenfachberatung

Gartenkalender Februar

Die Zeit im Februar kann noch für den Schnitt von Obst- und Ziergehölzengenutzt werden. Besonders die früh austreibenden Stein- und Beerenobstarten sollten im Februar

fertig werden. Vor allem bei Kiwis und Wein führt ein späterer Rückschnitt  beim Austrieb zu starkem Bluten an den Schnittstellen. Fruchtmumien haben ein starkes Infektionspotential und sollten deshalb jetzt unbedingt entfernt werden. Das gilt auch für schwache, verfärbte oder gekrümmte Triebe, die sich deutlich von geundem Holz unterscheiden. Diese sind inder Regel von Mehltau befallen. Auch totes Holz ist zu entfernen um einem Befall mit der Rotpustelkrankheit vorzubeugen.

Vom1. März bis 30. Septemberdürfen aus Vogelschutzgründen keine stärkeren Schnittmaßnahmen oder Rodungen an Hecken, Bäumen und Gebüschen vorgenommen werden. Erforderliche Eingriffe sollten deshalb bis Monatsende abgeschlossen werden. Eiben- und Laubgehölzhecken können jetzt noch durch einen starken  Rückschnitt ins alte Holz  verjüngt werden.

Durchintensive Sonnenstrahlungkann es im Februar zu Frostschäden an Obstbäumen kommen. Dagegen hilft ein Weißanstrich der Stämme und stärkerer Äste oder eine Schattierung mit Sackleinen, Vlies, Schilfmatten u.a. Immergrüne Pflanzen sollten ebenfalls einen Schutz erhalten.

Eine Bedeckung des Bodens mit Koniferenzweigen oder Vlies schützt Stauden und Frühblüher an sonnigen Stellen vor vorzeitigem Austrieb und Frostschäden.

Bei früh austreibende Stauden und Gräser können jetzt alte Blätter und Stängel vorsichtig abgezogen oder abgeschnitten werden.

Bei frostfreiem Boden können dicke Bohnen, Möhren und Pastinaken gegen Monatsende bereits ins Freiland gesät werden, eine Abdeckung mit Frostschutzvlies ist dann sinnvoll. Werden Dicke Bohnen im Februar in Töpfen vorgezogen, kann die Ernte um bis zu 4 Wochen früher erfolgen.

Ab Monatsmitte kann im Zimmer mit der Anzucht von Paprika begonnen werden.

Mit der Aussaat von Tomaten sollte erst ab Monatsende begonnen werden, da dann die Lichtverhältnisse schon besser sind. Die Auswahl an Sorten im Handel ist trotz Verbesserungen begrenzt. Unser Seminar am 16.02. bietet neben Informationen zum Tomatenanbau im Kleingarten auch eine Gelegenheit zum Tausch bzw. zur Abgabe von Tomatensamen alter und bewährter Sorten.

Kompostkann jetzt umgesetzt und auf den Beeten verteilt werden. 3 – 4 l/m² reichen als Düngung für die Gemüseanbaufläche aus. Für den Anbau von Starkzehrern wie Tomaten, Kartoffeln oder Kopfkohl können zur Ergänzung noch Hornspäne eingearbeitet werden.

Bevor man im Garten zum Mineraldünger greift, der in vielen Anbauempfehlungen immer wieder empfohlen wird, sollte man seinen Gartenboden dem Geldbeutel und der Umwelt zuliebe in einem Prüflabor auf seinen Nährstoffgehalt untersuchen lassen. In der Regel sind langjährig bewirtschaftete Gartenböden gut mit Nährstoffen versorgt.

Die Landesforschungs- und Untersuchungsanstalt LUFA Rostock bietet eine preiswerte Untersuchung auf die Hauptnährstoffe für Kleingärtner an.

Gartenseminar:

Samstag, 16.02.2018 um 10:00 Uhr                                                                          Freizeithaus Pistoriusstr. 23, 13086 Berlin

Gartenkalender Januar

Man hört und liest immer wieder, dass Wintergemüsesorten wie Grünkohl oder Rosenkohl Frost zur vollen Geschmacksentwichlung brauchen, ebenso Mispeln oder Schlehen. Gleichzeitig wird die Empfehlung gegeben, bei ausbleibendem Frost durch eine Lagerung im Tiefkühlschrank diese Entwicklung in gang zu setzen. Das ist falsch. Niedrige Plusgrade bewirken, das der bei der Photosynthese im Spätherbst und Winter gebildete Zucker nur langsam in Stärke umgewandelt wird. Gleichzeitig erfolgt ein Abbau von Bitter- und Gerbstoffen, was zur Geschmacksverbesserung führt. Im Tiefkühler wird dieser Umwandlungsprozess gestoppt, es werden lediglich Zellstrukturen durch das Einfrieren zerstört. Bei modernen Gemüsesorten sind die wertvollen Bitterstoffe durch züchterische Bearbeitung oft auch gar nicht mehr vorhanden.

Bei der Anbauplanung und Gestaltungunseres Gartens sollten auch die Ansprüche der im Garten lebenden Insektenberücksichtigt werden, die wichtig für die Erhaltung des biologischen Gleichgewichts sind. Durch Anbau vor allem im Spätsommer und Herbst blühender Trachtpflanzen können wir in unserem Gärten einen wichtigen Beitrag zum Überleben von Honig- und Wildbienen  leisten. Damit schaffen wir gleichzeitig die Voraussetzung für eine bessere Befruchtung unserer Obstkulturen. Neben einjährigen Sommerblumen eignen sich dafür vor allem Gründüngungs- pflanzen wie Buchweizen und Phacelia, die nach der Erdbeer- und Kartoffelernte ausgesät werden. Im Nebeneffekt verbessern wir damit gleichzeitig unseren Gartenboden. Ein mit einer Wildblumenmischung bestellte Beet lässt sich auch gut in die Fruchtfolge einfügen und hat eine ähnliche Wirkung wie die früher in der Landwirtschaft übliche Brache

Starke Sonnenstrahlung bei Minusgraden führt zugroßen Temperaturunterschieden zwischen Licht- und Schattenseiten von Stämmen und starken Ästen bei Obstbäumen und damit zu Spannungsrissen der Rinde, den so genannten Frostrissen. Ein weißer Kalkanstrich oder die Beschattung mit Schilf oder Sackleinen kann dem vorbeugen.

Eine Abdeckung stärker besonnter Bodenflächen mit Vlies oder Tannenreisig verhindert den vorzeitigen Austrieb von Frühblühern und eventuelle Frostschäden. Immergrüne Pflanzen wie Rhododendren verdunsten bei Sonneneinstrahlung und gefrorenem Boden mehr Wasser als sie über die Wurzeln aufnehmen können, was zu Trockenschäden führt. Eine Abdeckung mit Vlies oder anderen geeigneten Materialien kann das verhindern.

Bei frostfreiem Wetter ist weiterhin der Schnitt von Obst- und Ziergehölzenmöglich. Deutzien, Weigelien, Kolkwitzien u.a. andere sommerblühende Gehölze können jetzt geschnitten werden.

Zweige von Frühblühern blühen jetzt sicher in der Vase im warmen Zimmer.

Die Gewinnung von Steckhölzern für die Vermehrung von Beerensträuchern und Ziergehölzen sowie von Veredelungsreisern ist bis Monatsende ebenfalls noch möglich. In Frischhaltefolie oder Gefriertüten verpackt und flach  im Laubenschatten eingegrabenlassen sich die Reiser und Steckhölzer bis zur Verwendung im Frühjahr vor Austrocknung und vorzeitigem Austrieb geschützt lagern.

Gartenkalender Oktober

Die Obsternte ist witterungsbedingt schon weitgehend abgeschlossen. Das eingelagerte Obst ist jetzt regelmäßig auf Lagerfäulen zu überprüfen. Bei der Ernte scheinbar völlig gesund Früchte zeigen plötzlich Faulstellen, weil die Früchte am Baum z.B. von Wanzen angestochen wurden. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die frühe Ernte in den Lagerräumen (Laube) noch keine ausreichend kühlen Temperaturen herrschen. Tafeltrauben halten sich bei frostfreiem Wetter besser am Rebstock und lagern bis zu Ernte noch Zucker ein.

Im Oktober beginnt wieder die  Pflanzzeit für laubabwerfende Gehölze.Bei der Neupflanzung von Hecken sollte auf Thuja möglichst verzichtet werden. Thuja zählen zu den Koniferen, deren Anbaufläche im Kleingarten auf 10 m² begrenzt ist. Für Insekten und Vögel haben sie ebenso wie die als Heckenpflanze ebenso beliebte Lorbeerkirsche  oder Forsythie keinen Wert. Liguster, Weißdorn, Spiersträucher oder Kornelkirsche sind da die bessere Wahl. Für den Sichtschutz innerhalb des Gartens eignen sich auch Beerensträucher oder Rankgerüste mit Wein, Brombeere oder Kiwi.

Falls erforderlich, können nach dem Blattfall können auch junge Obstbäume und Sträucher  umgepflanzt werden. Der Wurzelballen sollte dabei möglichst groß und intakt bleiben. Beschädigte Wurzeln werden mit der Schere beschnitten. Da beim Ausgraben ein Großteil der Feinwurzeln verloren geht, ist auch ein kräftiger Rückschnitt der Krone erforderlich, damit wieder ein Gleichgewicht zwischen Wurzel und Astwerk hergestellt wird.

Bei der Neupflanzung von Obstgehölzensollten an unsere Bedingungen angepasste robuste und gegen Krankheiten und Schädlingsbefall widerstandsfähige Sorten gewählt werden.

Zwiebelblumenblühen zuverlässiger, wenn sie bis Ende Oktober in den Boden kommen. An den Pflanzstellen kann der Boden durch Einarbeiten einer Kompostgabe von ca. 3 l/m² verbessert werden. Die Pflanztiefe entspricht dem doppelten Zwiebeldurchmesser.                                                                             Mehltaukranke Stauden werden bis zum Boden zurückgeschnitten, während man gesunde Stauden möglichst bis zum Frühjahr stehen lässt. Samenstände dienen als Futter für Wintervögel, Nutzinsekten dienen die Reste als Winterquartier. Laubhaufen und Schnittgut vom Gehölzschnitt in einer Ecke des Gartens bieten ebenfalls Unterschlupf für  für Igel, Erdkröten und verschiedene Insektenarten                 Dahlienknollenwerden  erst nach dem Abfrieren der oberirdischen Teile bei trockenem Wetter ausgegraben. Beschädigte Knollen können kompostiert werden. Knollen in Papier einschlagen oder in Kisten mit Rindenmulch frostfrei überwintern.

Im Wuchs nachlassende Stauden können jetzt noch aufgenommen, geteilt und umgepflanzt werden.

Kaltkeimerwie Bärlauch, Primeln und verschiedene andere Zierpflanzen werden jetzt ausgesät.

Jetzt noch auf den Beeten verbleibende Gemüsepflanzen können bei Auftreten stärkerer Nachtfröste durch Abdecken mit Gemüse- oder Frostschutzvlies geschützt werden.

Nacktschneckenlegen noch bis zum Spätherbst ihre Eier an geschützten Stellen ab. Bei den jetzt anfallenden Gartenarbeiten sollte auf die Gelege geachtet und diese vernichtet werden.

Gartenkalender September

Rasenflächen haben in diesem Jahr durch Hitze und Trockenheit stark gelitten. Oft haben sich starkwüchsige einjährige Hirsearten angesiedelt, die die einheimischen Gräser verdrängen und nach ihrem Absterben im Winter zu größeren Kahlstellen im Folgejahr führen. Diese Ungräser sollten vor dem Aussamen mechanisch entfernt werden.Durch Nachsaat können diese Fehlstellen noch in diesem Jahr wieder geschlossen werden.

Erdbeerpflanzen sind regelmäßig zu entranken, von Blattflecken befallene Blätter werden entfernt. Die Pflanzen benötigen für die jetzt erfolgende Bildung der Blütenanlagen gleichmäßige Bodenfeuchte und ausreichend Nährstoffe.

Bevor die Obsternteihren Höhepunkt erreicht, fallen noch reichlich faule Früchte an, die regelmäßig zu entfernen sind. Nicht verwertbares (auch fauliges) Fallobstgehört nicht in die Mülltonne! Es kann abgedeckt kompostiert oder im Garten vergraben werden, so verbleiben die enthaltenen Nährstoffe im Garten und das Bodenleben wird aktiviert. Eine Bodendecke von 10 cm reicht aus um Pilzsporenflug oder die Weiterverbreitung des Apfelwicklers zu verhindern. Zwischenlagern des Fallobstes für einige Tage in einer wassergefüllten Tonne oder einem Eimer vernichtet dieWicklermaden ebenfalls.

Flachwurzelnde Beerensträucher haben stark unter der extremen Trockenheit gelitten. Zur Kräftigung der Sträucher sind neben den erforderlichen Schnittmaß-nahmen die Entfernung von Unkräutern im Wurzelbereich und die Anlage von Gießringen erforderlich. Eine Mulchschicht aus Holzhäcksel oder anderem groben Pflanzenmaterial schützt den empfinlichen Wurzelbereich.

Abgetragene Ruten von Brommbeeren und Herbsthimbberen werden gleich nach der Ernte entfernt.

auf freigewordenen Flächen können jetzt noch Spinat, Feldsalat, Schnittsalat, Radieschen und ander Gemüse mit kurzer Kulturdauer ausgesät werden.

Ab Mitte des Monats beginnt die Pflanzzeit für Blumenzwiebeln. Auch Winterzwiebeln und Knoblauch können gesteckt werden.

Die jetzt reichlich anfallenden Gartenabfälle sollten im Garten verbleiben und in entsprechenden Behältern oder Mieten zur Rotte aufgesetzt werden.

Gesundes Pflanzenmaterial eignet sich grob zerkleinert auch sehr gut als Mulchdeckefür den Wurzelbereich unter den Obstbäumen und Beerensträuchern oder auf abgeernteten Beetflächen. Der Boden wird so vor Humusverlusten geschützt.                                                                                                                 Die im September noch mögliche Einsaat von Gründüngerbietet einen sehr guten Bodenschutz, da die .wasserlöslichen Nährstoffe von den Pflanzen  aufgenommen und in den Pflanzenteilen festgelegt werden. Nach der Einarbeitung im Frühjahr werden sie dem Boden wieder zugeführt

Veranstaltungstipps:

Sonnabend, 01.09. und Sonntag 02.09. 9 bis 18 Uhr Staudenmarkt im Botanischen Garten(hier sind auch mehrere Obstbaumschulen mit ihrem Angebot vertreten)

Gartenseminar des BV Weißensee

Donnerstag, 20.09.  18:30 Uhr Vereinshaus KGA Sonnenschein

Was muß ich bei der Neupflanzung von Stauden und Gehölzen beachten                                         


Gartenkalender August

Augustmuß Hitze haben, sonst wird des Obstbaums Segen begraben“. 

Der Juli hat da in diesem Jahr schon so gut vorgearbeitet, dass für den August eigentlich nicht mehr viel zu tun bleibt. Alle Obstsorten reifen mehrere Wochen früherals in „normalen“ Jahren und konnten ihre Geschmackseigenschaften gut entwickeln, wenn die Wasserversorgung gestimmt hat. Während man sich bei Beeren und Steinobst zur Bestimmung des optimalen Erntezeitpunktes auf seinen Geschmackssinn verlassen kann, fällt bei Kernobst die Genussreifenicht unbedingt mit der Pflückreifezusammen. Im Augustheft des „Gartenfreund“ findet man dazu auf S.41 nähere Informationen.

Im August ist Pflanzzeit für Erdbeeren. Durch entsprechende Pflanzenauswahl kann die Erntezeit verlängert werden ( z.B. Honeoye – früh, Korona – mittelfrüh, Polka – mittelspät Malwina – spät). Auf der für die Neupflanzung vorgesehenen Fläche sollten in den letzten 5 Jahren keine Erdbeeren gestanden haben.  Nähere Informationen zum erfolgreichen Anbau der beliebten Früchte im Kleingarten gibt es in einem Gartenseminar des BV Weißensee am 09.08. in der KGA Märchenland.                                                                      Die abgetragenen Triebe der Sommerhimbeeren werden jetzt am Boden abgeschnitten und die Neutriebe auf ca  6-8 Triebe je Meter ausgelichtet. Bei Herbsthimbeeren werden überzählige schwachentwickelte Triebe ebenfalls entfernt. Die verbleibenden Ruten entwickeln sich so besser und liefern auch bei feuchterem Herbstwetter bessere Früchte.

Ebenso kann auch bei der Ernte der frühen Pfirsichsorten das abgetragene Fruchtholz entfernt und der Neutrieb ausgelichtet werden. Apfelbäume  die auf den Schnitt im Vorjahr mit einem starken Neuaustrieb reagiert haben, benötigen jetzt einen Korrekturschnitt, vor allem, wenn im Frühsommer das Ausbrechen der überzähligen Neutriebe versäumt wurde.

Buchsbaumpflanzungen sollten auf Raupen und Gespinste des Buchsbaumzünslers kontrolliert werden. Raupen sollten abgesammelt und Gespinste ausgeschnitten werden.

Erdbeeren und Frühkartoffeln haben ihre Anbauflächen bereits geräumt u8nd können jetzt noch mit einer Nachfruchtbestellt werden. In Gartencentern findet man noch Salat- und Kohlrabipflanzen.                                                                            Zicchoriensalate wie Zuckerhut, Radicchio oder Orchideensalat vertragen auch einige Minusgrade und liefern so auch im Winter noch frischen Salat aus dem Garten. Der Feldsalat ist der Wintersalatklassiker schlechthin. Jetzt ausgesät, liefert er bis zum Frühjahr frisches Grün und verbessert mit seine Wurzeln gleichzeitig noch den Boden.

Um die Bodenfruchtbarkeitzu erhalten und zu verbessern und den Unkrautwuchs im Herbst und Winter zu unterdrücken, sind abgeerntete Flächen mit Gründünger zu bestellen. Blühende Sorten wie Phacelia oder Buchweizen liefern im Spätherbst noch Nahrung für Wildbienen und andere Insekten.

Gartenseminar des BV Weißensee

Do. 09. 08. 2018            18:30 Uhr         KGA „Märchenland“ – Vereinshaus

Erdbeeranbau im Kleingarten – Sortenwahl, Anbaumethoden, Pflanzenschutz

 


Gartenkalender Juli

Das viel zu warme und trockene Wetter der vergangenen 2 Monate hatte eine beschleunigende Wirkung auf die Entwicklung der Pflanzen. Kirschen z.B. reiften fast 4 Wochen früher als in den Sortenbeschreibungen angegeben – der Klimawandel lässt grüßen.                                                                                                              Das sonnige Wetter zeigte aber auch deutlich, wie wichtig gerade in dieser Situation die Bodenbedeckung mit einer Mulchschicht ist. Das Aufheizen der oberen Bodenschicht durch die Sonneneinstrahlung wird deutlich reduziert, Sonne und Wind können den Boden nicht so schnell austrocknen. Starkregen kann vom bedeckten Boden besser aufgenommen werden.

In diesem Jahr hat das sonnige Frühjahrswetter in Verbindung mit dem Ausbleiben von Blütenfrost zu einem sehr guten Fruchtansatzbei vielen Obstbäumen geführt. Oft können die Bäume diese Fruchtmengen nicht ausreichend ernähren. Zu starker Behang führt mit zunehmender Fruchtgröße zum Ausbrechen ganzer Äste und damit zur nachhaltigen Schädigung des Baumes. Durch die Reduzierung des Fruchtansatzes mit der Hand nach dem Junifruchtfall erzielt man eine bessere Qualität der verbleibenden Früchte und vermindert bei dazu neigenden Sorten die Alternanz (Wechsel zwischen starkem Fruchtansatz und Totalausfall im Folgejahr). Material zum Abstützen einzelner Äste sollte trotzdem bereit gehalten werden.

Sommertragende Obstarten wie Johannis- und Stachelbeeren, Kirsche oder Pfirsich werden gleich bei oder nach der Ernte ausgelichtet. Abgetragene Triebe von Himbeeren oder Brombeeren werden vollständig entfernt.
Auch am Weinspalier werden die Laubarbeiten fortgeführt. Überzählige Gescheine werden entfernt und die Tragruten auf 6 – 8 Blätter über der Traube eingekürzt. Geiztriebe und Laubtriebe ohne Früchte werden vollständig entfernt, soweit sie nicht für den weiteren Stockaufbau benötigt werden.

Bartiris können jetzt noch geteilt und umgepflanzt werden. Von Frühsommerblühern wie Bartnelken, Akelei oder Rittersporn können jetzt die reifen Samenstände zur Saatgutgewinnung geerntet werden.

Seitentriebe bei Stabtomaten sind möglichst frühzeitig zu entfernen.
Werden Gurken, Zucchini und Bohnen regelmäßig durchgepflückt, fördert das den Fruchtansatz.                                                                                                               Bis 10. Juli können noch Buschbohnen gelegt werden. Salatzichorien wie Zuckerhut und Radicchio jetzt ausgesät, ermöglichen die Ernte von frischem Salat im Winterhalbjahr.  Bis zum Monatsende kann Feldsalat in freie Beete oder in Multitopfpaletten zur späteren Pflanzung gesät werden.                               Starkzehrer wie Gurken, Kürbisse, Zucchini, Tomaten, Rhabarber und Kopfkohlsorten sind jetzt dankbar für einezusätzliche Düngergabe. Dafür sind Pflanzenjauchen (Brennnessel, Beinwell u.a.) gut geeignet.
Für den Nachfruchtanbau nicht mehr benötigte Flächen sollten mit Gründüngungs-pflanzen wie Phacelia,Gelbsenf (nicht vor oder nach Kohlgewächsen) oder Buchweizen bestellt werden. Damit wird der Unkrautwuchs unterdrückt und das Auswaschen von Nährstoffen verhindert. Die Flächen sollten keinesfalls unbestellt bleiben. Ringelblumen und Tagetes als Gründünger reduzieren den Befall des Bodens mit Nematoden.
Blühende Gründüngungspflanzen bieten in den Herbstmonaten ein gutes Nahrungsangebot für Wildbienen und andere Insekten

Gartenkalender Juni

Das extrem heiße und sonnige Wetter im Mai hat bereits zu ersten Sonnenbrand-schäden an Blättern und Früchten geführt. Im Juni ist mit weiteren Schäden zu rechnen. Eine Schattierung mit alten Gardinen oder Gartenvlies an heißen Tagen kann weitere Schäden verhindern.

Bei ausbleibenden Niederschlägen sind zusätzlicheWassergaben unerlässlich. Wenn möglich, sollte morgens gewässert werden, da der Boden nachts abkühlt, weniger Wasser verdunstet und das Gießwasser besser vom Boden aufgenommen wird. Abendliches Gießen mit der Handbrause oder dem Regner fördert den Schneckenbefall. Muss am Abend gewässert werden, sollte möglichst mit der Gießkanne konzentriert im Wurzelbereich gegossen werden. Nasse Blätter werden schneller von Pilzkrankheiten befallen. Beim Gießen mit der Handbrause wird oft nur die Erdoberfläche benetzt. Die Pflanzen bilden dadurch auch nur ein oberflächennah Wurzelsystem und leiden so stärker unter Trockenheit als Pflanzen, die seltener aber dafür intensiv bewässert werden. Eine Spatenprobe schafft schnell Klarheit, wie weit das Gießwasser in den Boden eingedrungen ist.

Eine Mulchschichtaus Rasenschnitt oder anderem Pflanzenmaterial minimiert die Verdunstung des Bodenwassers, schützt bei Regen vor dem Aufwirbeln von Pilzsporen und erleichtert das Eindringen des Wassers in den Boden bei Starkregen.

Jetzt reichlich anfallendes Pflanzenmaterial wie Ringelblume, Löwenzahn, Brennnessel, Beinwell, Salbei u.a. kann grob zerkleinert in einer Wassertonne zu Pflanzenjauchevergoren und als schnell wirkender stickstoffreicher Flüssigdünger eingesetzt werden.

 Tomatensind jetzt regelmäßig zu entgeizen und anzubinden. Kleinfrüchtige, wüchsige Sorten können mehrtriebig gezogen werden um den Ertrag zu erhöhen – auch hier auf gute Durchlüftung achten. Nach Bildung des ersten Blütenstandes die unteren Blätter entfernen, um die Übertragung der Kraut- und Braunfäule über Spritzwasser zu verhindern.

Zicchoriensalate, Buschbohnen, Zuckererbsen, Möhren und zweijährige Sommerblumen könnenim Juni ausgesätwerden.

ÜberzähligeNeutriebe an Obstbäumen, die sich vor allem nach stärkeren Schnitteingriffen gebildet haben, werden jetzt komplett entfernt, am einfachsten im noch weichen Zustand durch abreißen an der Basis.  Zur Begrenzung des Höhenwachstums und der Wuchsstärke entfernt man senkrechte Zweige zu Gunsten von flach stehenden, schwächeren.

AmWeinspalierwerden jetzt die Laubarbeiten vorgenommen. Nicht benötigte Wasserschosse, Kümmertriebe und zu dicht stehende Triebe werden entfernt. Freiwachsende Triebe werden ins Spalier eingesteckt oder geheftet.

Nicht fruchtende neue Langtriebe am Kiwispalier können jetzt auf 2 – 3 Augen eingekürzt werden, um ein Umschlingen anderer Triebe zu verhindern und die Pflanze übersichtlich zu halten.

Termine:

Do. 08.06. 18:30 Uhr  KGA „Sonnenschein“

Gartenseminar: Insekten im Garten – welchen Nutzen bringen sie mir und was kann ich tun, um sie im Garten anzusiedeln

Ref.: Dr.Schembecker – Freilandlabor Britz

Sa. 23.06. 14 Uhr KGA „Bullenwiese“

Pflanzenschutzliche Gartenbegehung mit Frau Dr. Serman


Gartenkalender Mai

In den Medien findet man fast täglich Meldungen über den zunehmenden Artenschwund bei Insekten durch den massenhaften Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und den Verlust von Lebensräumen durch Baumaßnahmen und andere Eingriffe des Menschen in die Natur. Imker verlieren immer wieder Völker durch das Bienensterben. Ertragsverluste bei Obst und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch mangelhafte Bestäubung sind eine der Folgen. Das fehlende Nahrungsangebot führt auch zum Rückgang der Bestände von Tierarten, die auf Insektennahrung angewiesen sind. Das biologische Gleichgewicht ist nachhaltig gestört. Durch eine naturnahe Bewirtschaftung und Gestaltung unserer Kleingartenparzellen können wir dieser Entwicklung zumindest in beschränktem Rahmen entgegenwirken. Kleingärten können so zu einem Rückzugsgebiet für bedrohte Arten werden. Wir können damit sicher „die Welt nicht retten“ aber im Rahmen unserer Möglichkeiten zumindest einen kleinen Beitrag zur Erhaltung bedrohter Tier- und Pflanzenarten leisten.

Der Bezirksverband Weißensee führt deshalb in diesem Jahr einen Wettbewerb um den insektenfreundlichsten Kleingarten durch. Auch wenn der in der Ausschreibung genannte Meldetermin für die Teilnahme bereits verstrichen ist, werden auch später (bis 20.Ausgust) eingehende Meldungen noch berücksichtigt.

Der Ausschreibungstext ist im Internet zu finden unter:

www.kleingaertner-weissensee.de/WirInWeissensee/Insektenschuetzer.html 

Zur Förderung von Nützlingen  (Wildbienen, Schwebfliegen u.a.) kann ein Teil der Gartenfläche mit Wildblumenmischungen oder Gründüngungspflanzen wie Phacelia, Buchweizen oder einer Leguminosenmischung  bestellt werden. Auch blühende Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian, Borretsch oder Dill sind eine gute Futterquelle.

Was man sonst noch für Insekten im Garten tun kann, ist auch Gegenstand eines Gartenseminars am 7. Juni in der KGA Sonnenschein

Beim Auspflanzen vorgezogener Jungpflanzen sollte der Ballen  gut durchfeuchtet sein. Nach dem Auspflanzen wird gründlich angegossen um den sofortigen Bodenschluss zu erreichen. Danach wird (außer bei starker Hitze und Trockenheit) erst einmal sparsam bewässert, damit die Pflanzen den Boden gut durchwurzeln.

An Pfirsichbäumen ist jetzt der Fruchtansatz erkennbar, jetzt sollte der Schnitt abgeschlossen werden.

Eingerollte Blätter an Rosen sind auf die Blattrollwespe zurückzuführen, die so ihre Eier in den Rosenblättern ablegt. Befallene Blätter sollten ausgepflückt und vernichtet werden, um so die Vermehrung des Schädlings zu unterbinden.

Erste Blattlauskolonien sollten, wenn möglich, abgestreift oder anderweitig mechanisch entfernt werden.

Kurzkulturen wie Salat und Kohlrabi sollten jetzt in kleinen Mengen laufend zum Nachpflanzen als Lückenfüller nachgezogen werden.

Bis Monatsende können noch Rosenkohl und Grünkohl ausgesät werden. Seitentriebe (Geiztriebe) an Tomaten sollten jetzt regelmäßig entfernt werden. Im Wasserglas bewurzelt können sie noch zum Nachpflanzen verwendet werden.

05.05.2017, 12 -17 Uhr: „Die  bunte Vielfalt der Tomate“

Tomatentag in  der Naturschutzstation Malchow

Otto Frauenberger                                                   Höft
Bezirksgartenfachberater                                        GFB


Gartenkalender April 

Auch wenn es nach dem langen Spätwinter in den Fingern juckt, sollte mit dem Rückschnitt der Rosen noch bis zur Forsythienblüte gewartet werden. Mehrmals blühende Rosen werden kräftig zurückgeschnitten, damit sich aus dem unteren Bereich der Sträucher kräftige Triebe ungehindert entwickeln können. Geschnitten wird leicht schräg etwa einen cm über einem nach außen austreibenden Auge. Kletterrosen werden weniger stark geschnitten, dafür werden vergreiste Triebe komplett entfernt. Einmal blühende Rosen, so auch Wildrosen werden ausgelichtet, indem Triebe, die älter als 4 oder 5 Jahre sind, an der Basis ausgeschnitten werden.

Bei feuchtem Wetter während der Obstblüte ist bei Steinobst wieder mit dem Auftreten der Blüten- und Zweigmonilia zu rechnen. Mandelbäumchen sind wegen ihrer gefüllten Blüten besonders  anfällig und können dann zur Verbreitung der Pilzsporen beitragen. Befallene Zweige sind bei Auftreten der ersten Symptome (Abwelken ganzer Triebspitzen) bis ins gesunde Holz zurück zu schneiden.

Triebspitzen mit einem mehligen Belag bei Apfel und Stachelbeere sind von Mehltau befallen und werden ebenfalls ausgeschnitten.

Bis der Boden ausreichend warm und trocken für die Frühjahrsbestellung ist, kann noch Kompost umgesetzt, gesiebt und verteilt werden. Dabei findet man gelegentlich dicke weiße Engerlinge, die Larven von Rosen- oder Nashornkäfer. Diese sind geschützt und sollten in den Kompost zurückgesetzt werden.

Im Zimmer  vorgezogene Jungpflanzen brauchen jetzt Licht wichtiger als Wärme. Wenn möglich können sie an wärmeren Tagen schon auf den Balkon und so abgehärtet werden.

Mit den höheren Temperaturen wächst jetzt auch wieder das gelb blühende und einen gelben Milchsaft absondernde Schöllkraut im Garten. Dieses Unkraut ist eine beliebte Wirtspflanze für die Weiße Fliege oder Kohlmottenschildlaus und sollte deshalb nicht im Garten geduldet werden.

Gefährdete Kulturen sind gegen Schädlingsbefall rechtzeitig mit Vlies oder Schutznetzen  abzudecken. Das darunter herrschende Mikroklima hat gleichzeitig einen Verfrühungseffekt.

Wenn sich im April die Rinde leicht vom Holzteil  lösen lässt, ist der beste Zeitpunkt für die Umveredlung von Obstbäumen.

Vor allem unter kleinen und neugepflanzten Obstbäumen ist die Baumscheibe in Größe der Krone von Bewuchs freizuhalten. Nach der Blüte kann die Baumscheibe mit einer Mulchschicht abgedeckt werden, die den Boden feucht hält und bei der Verrottung langsam Nährstoffe liefert.

Termine für interessierte Gartenfreunde:

28.04. 10 – 18 Uhr

Freundschaftsinsel Potsdam Staudenpräsentation von Dr. Konrad Näser

Gartenseminare der Bezirksverbände – siehe Gartenfreund Heft 1 und 4

Frauenberger, Bezirksgartenfachberater

Höft, Gartenfachberater

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